Signaletik KA-WE-DE
Die Ka-We-De wurde zwischen 1932 und 1933 nach Plänen der Architekten Rudolf von Sinner und Hans Beyeler als erste kombinierte Eis- und Wassersportanlage Berns realisiert. Der Bau galt seinerzeit als pionierhafte Infrastruktur und ist heute ein baukulturell wertvoller Zeitzeuge der Moderne. Im Zuge der Gesamtsanierung der in den 1980er-Jahren erweiterten Anlage im Jahr 2026 wurde auch die Signaletik umfassend erneuert.
Kern der neuen Signaletik ist die Wiederverwendung der von Hand ausgeführten Originalbeschriftungen aus den 1930er-Jahren. Auf der Grundlage von Archivmaterial wurde die Art-déco-Schrift eines unbekannten Schriftgestalters rekonstruiert, um fehlende Zeichen ergänzt und als digitale Schrift neu aufbereitet. Die eigens entwickelte „KAWEDE Neue Regular“ kommt arealweit zum Einsatz. Für die Gebäudebeschriftung wird die Schrift mit einer linearen Umsetzung zeitgenössisch interpretiert. Ergänzend zur Schrift wurde eine Familie von Piktogrammen entwickelt, deren Formensprache sich an den charakteristischen Merkmalen der Schrift orientiert.
Um den ursprünglich Charakter der Anlage zu bewahren, werden die meisten Beschriftungen direkt auf architektonische Oberflächen schabloniert oder appliziert. Für mobile Informationsträger wurde ein eigenständiges Trägersystem aus feuerverzinktem Stahl entwickelt. Materialität und konstruktive Ausführung leiten sich konsequent aus dem Bestand ab. Sämtliche Signaletikelemente sind reversibel konzipiert und lassen sich spurlos demontieren.
Das Signaletiksystem ermöglicht einen einfachen Austausch der Schilder, sodass die Beschriftungen an den Sommer- oder Winterbetrieb angepasst werden können. Das Nichtschwimmbecken in der Wintersaison als Eisbahn genutzt.
Die behutsame Erneuerung führt Vergangenheit und Gegenwart zusammen. Die historische Anlage bleibt in ihrer charakteristischen Erscheinung erlebbar und ermöglicht den Besucherinnen und Besuchern eine atmosphärische Annäherung an die Aufbruchsstimmung der frühen Moderne.
Architektur → kastkaeppeli
Farbgestaltung → FARB AM BAU
Umsetzung → Gauch Grafik, Bolligen